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Die Geschichtliche Entwicklung der Feuerwehr Schönborn Teil 2

Während des zweiten Weltkrieges ruhte der Übungsbetrieb fast vollkommen. Im Jahre 1945 sah es dann etwa folgendermaßen aus:

 

An der Handdruckspritze fehlte ein Rad, die Motorspritze ohne Benzin, keine Wehrleitung, keine Mitglieder. Das heißt, es war wohl alles noch da, aber keiner wusste so recht, wie er sich verhalten sollte. So wurde dann am 19. Mai 1946 wurde dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.

 

Es wurde der Beschluss der Militärbehörde bekanntgegeben, daß in den Dörfern Stammfeuerwehren zu gründen sind, in einer Stärke je nach Größe des Ortes, von 1 bis 12 Mann. Die Männer waren von der Gemeindeverwaltung zu benennen. Man könnte hier von einer Pflichtfeuerwehr reden, aber aus dieser Einteilung wurde nichts und schon in der Versammlung am 29. Dezember 1946 wurde bekanntge- geben, daß die Feuerwehren in der alten Form weiterbestehen sollten.

 

Viele Mitglieder wollten nur noch als passives Mitglied geführt werden. Eine umfangreiche Werbung wurde durchgeführt, um junge Männer für die Wehr zu gewinnen, denn nur mit einer neuen Wehrleitung und jungen Kameraden waren die gestellten Aufgaben zu lösen. So wurden dann am 28. Mai 1947 folgende Kameraden in die Wehr aufgenommen, die den Grundstein zu einer neuen Wehr legten:

 

  • Michler, Gerhard
  • Lehmann, Horst
  • Schuhmann, Kurt
  • Lehmann, Heinz
  • Lichtenau, Dieter
  • Müller, Werner
  • Winkler, Heinz

 

In den folgenden Jahren kamen viele zur Wehr, 48 Aktive und 42 Passive waren Mitglied. Es wurde fleißig geübt und viele Aufbaustunden geleistet. Schon 1948 wurde dann vom Gruppenführer Simmrodt der Vorschlag gemacht, einen Wettbewerb mit den Nachbarwehren Tröbitz, Schilda, und Schadewitz ins Leben zu Rufen.

 

Der Wunsch, sich zu motorisieren, wurde sehr bescheiden begonnen. Angefangen hat es mit einem Opel P4, dann kam der Borgward und der 4t LKW ZIS. Es war ein weiter Weg, bevor wir das erste richtige Löschfahrzeug Garant K30 übernehmen konnten.

 

Der Opel P4 war nach dem Krieg im Straßengraben liegen geblieben und wurde durch die Feuerwehr geborgen und für ihre Zwecke aufgebaut. Es handelte sich ursprünglich um eine Limousine, die in etwa so umgebaut wurde, wie es im Bild erkennbar ist. Die Abbildung stammt aus dem Internet und unser Fahrzeug hatte keine Plane.Das Fahrzeug versah etwa in den Jahren 1949-1951 seinen Dienst bei der Feuerwehr Schönborn.

 

Technische Daten: Bauzeit 1935 - 1937, 4 Zyl. Benzin-Motor, 1074 ccm, 23 PS, etwa 85 km/h schnell

 

 

Der gezeigte Borgward Hansa 1100 war ebenfalls eine Hinterlassenschaft des zweiten Weltkrieges. Wo das Fahrzeug genau herkam, kann keiner mehr sagen.Fakt ist, dass das Fahrzeug, als es zur Feuerwehr Schönborn kam, einen Schaden an der Hinterachse hatte. So wurde eine Achse von einem Mercedes besorgt und unter den Borgward gebaut. So leistete das Fahrzeug etwa von 1951 - 1958 seinen Dienst bei der Feuerwehr Schönborn. Auf dem Bild ist Kamerad Horst Lehmann zu erkennen, der noch heute Mitglied ist. Das Foto wurde vor dem Grundstück der Familie Kaschig in der Nähe der Waldbühne Schönborn aufgenommen.

 

Technische Daten: Bauzeit 1934 - 1940, 4 Zyl. OHV-Benzin-Motor, 1088 ccm, 28 PS, ca. 95 km/h schnell

 

 

Ein russischer ZIS-150 war der erste richtige LKW (4t) bei der Feuerwehr Schönborn.Er kam ca. 1956 vom Rat des Kreises und hatte ähnlich dem Bild einen Pritschenaufbau, der jedoch zusätzlich mit einer Plane ausgerüstet war. Das Fahrzeug war etwa bis 1958 in Schönborn. Der Motor war allerdings sehr durstig. Fast 100l flossen auf 100km durch den Vergaser und machten das Fahrzeug bald unerschwinglich.

 

Techn. Daten: Bauzeit 1947 - 1957, danach bis 1965 als ZIL-164 weiter gebaut, 6 Zyl., Benzin-Motor, 5555 ccm, 90 PS, ca. 75 km/h schnell     

 

Und wenn es im Rückblick heißt, ... und viele Aufbaustunden wurden geleistet, so muss daran erinnert werden, dass nach 1945 ein Schlauchwagen und ein Notstromaggregat selbstständig aufgebaut wurden und die Instandsetzung der Fahrzeuge viel uneigennützigen Einsatz verlangten.

 

Man verstand es aber auch zu Feiern. So waren die Preise beim Feuerwehrmaskenball am 16. Januar 1949 zum Beispiel 1 Paar Schuhe, 1 Tisch, 1 Zentner Kohle und 2 Kuchenschieber.

 

Gefordert wurde unsere Wehr zu dem Großbrand durch Blitzeinschlag in die voll mit Roggen gefahrene Scheune des Bauern Georg Wenzel am 04. August 1951. Binnen weniger Minuten brach der Dachstuhl in sich zusammen. Die anderen Gebäude konnten gesichert werden.

 

Das erste richtige Feuerwehrauto in Schönborn

Im Jahre 1958 konnte vom Kreis das erste richtige Löschfahrzeug übernommen werden. Es handelte sich um einen Garant 30 K mit der offiziellen Bezeichnung LKW - LF - TS 8 - STA. Die Bezeichnung  STA stand für Schlauchtransportanhänger und ermöglichte das Mitführen von 400m Druckschlauch.

 

Das erste richtige Löschfahrzeug. Der Garant 30 K LKW - LF - TS 8 - STA.

 

Das Fahrzeug hatte einen 4 Zyl. Viertakt-Otto-Motor mit 60 PS der bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 4380 kg eine Geschwindigkeit von ca. 80 km/h ermöglichte. Die Geländefahreigenschaften waren bei diesem Fahrzeug deutlich verbessert, denn der Garant 30 K besaß ein Zusatzgetriebe mit Straßen- und  Geländegang und der Vorderachsantrieb war zuschaltbar. So konnten im 1. Gang mit Geländeüber-setzung Steigungen bis 52 % überwunden werden. Nur die recht geringe Bauchfreiheit schränkte diese Eigenschaften manchmal etwas ein.

 

In der Abbildung sieht man die Lagerung der Tragkraftspritze im Aufbau des LKW. Die TS 8 musste unter recht großer Kraftanstrengung über ein herunter klappbares Gestell entnommen werden. Unter der Decke waren hängend zwei Steckleiterteile untergebrachtund in den Sitzkästen findet sich die weitere feuerwehrtechnische Beladung, die von außen durch die Klappen entnommen werden konnten. Die Sauglängen waren unter dem Aufbau untergebracht, wie es teilweise heute noch üblich ist.

 

 

Hier geht es weiter zu der Geschichtlichen Entwicklung der Feuerwehr Schönborn Teil 3