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Löschgruppenfahrzeug, Florian Elbe/Elster 5/41/3 Zusatzwissen

Auf dieser Seite möchten wir, für die besonders Interessierten unter Ihnen, noch nähere Informationen zu Funktion, Wirkungsweise und Bedienung der Frontpumpe unseres Löschfahrzeuges geben.

 

Die Buchstaben und Zahlen der Typenbezeichnung haben folgende Bedeutung:

FP     Feuerlösch-Kreiselpumpe
V     Vorbaupumpe
   Nennfördervolumenstrom x 100 = 800 l/min
8    Nennausgangsdruck = 8 bar

 

An der Pumpe kann man äußere und innere Teile unterscheiden. Das Pumpengehäuse (hier silber lackiert) ist aus einem Leichtmetallguss hergestellt und zusätzlich eloxiert. Zu den äußeren Teilen gehören weiterhin der A-Saugeingang (110 mm) und die beiden B-Druckstutzen (75 mm) mit selbstschließenden Nieder-schraubventilen.

 

Selbstschließend bedeutet, dass in den Ventilen Federn angebracht sind, die den Ventilteller auch im aufgedrehten Zustand geschlossen halten, damit die Pumpe richtig entlüftet werden kann. Zur Überwachung der Pumpentätigkeit befinden sich an der Pumpe ein Eingangsdruckmesser, ein Ausgangsdruckmesser und ein Drehzahlmesser. Weitere äußere Teile sind der Entwässerungshahn, der Schmiernippel für das Saugseitige Pumpenwellenlager und die hintere Pumpenabdichtung. 

 

 

c1     Dichtung Saugeingang

2     Festkupplung Saugeingang

3     Dichtung zum Pumpengehäuse

4     Stutzen zum Auffüllen der Pumpe

5     Kanal zur Entlüftungsvorrichtung

6     Druckraum

7     Leitapparat

8     Laufrad 2. Stufe

9     Pumpenwelle

10   Hintere Pumpenabdichtung

11   Abstandshülse

12   Druckraum

13   Pumpendeckel

14   Laufrad 1. Stufe

15   Saugseitiges Gleitlager

16   Schutzsieb

17   Sicherungsring

 

Zu den inneren Teilen gehören die Pumpenwelle, das Laufrad mit seinem festen Sitz auf der Welle und der feststehende Leitapparat. Es handelt sich um eine zweistufige Pumpe. Eine Stufe besteht aus einem Laufrad und einem Leitapparat.

 

feststehender Leitapparat Laufrad

 

 

Das Wasser tritt durch den Saugstutzen in das Innere des Pumpengehäuses (Saugraum) ein, fließt durch den Laufradmund und wird von den Schaufeln des rotierenden Laufrades erfasst und durch die dabei auftretenden Fliehkräfte nach außen in den Leitapparat geschleudert. Der Leitapparat wandelt die Geschwindigkeitsenergie in Druckenergie um und leitet das Wasser dem Laufradmund der zweiten Stufezu.

 

Hier wird der Druck der ersten Stufe annähernd verdoppelt bevor das Wasser vom Leitapparat dem Druckraum, mit den Druckabgängen, zugeleitet wird. Die Druckhöhe richtet sich nach der eingestellten Motordrehzahl.

 

Druckerhöhung im Leitrad:

Im Leitapparat wird das Wasser angestaut und dadurch die Wassergeschwindigkeit verringert. Da Geschwindigkeit und Druck in umgekehrtem Verhältnis zueinander stehen, steigt mit dem Sinken der Wassergeschwindigkeit der Druck an. Bei geschlossenen Niederschraubventilen wird das gesamte Wasser angestaut.

 

Die Wassergeschwindigkeit ist also auf Null verringert, das heißt, die gesamte Geschwindigkeits- energie wird in Druck umgewandelt. Unter diesen Umständen erreicht die Pumpe den höchsten Druck. Man nennt diesen Druck auch Schließdruck. Öffnet man jetzt ein Ventil, wird die Stauung des Wassers geringer, die Fließgeschwindigkeit nimmt zu und der Druck der Pumpe sinkt ab.

 

Zur Kontrolle des Betriebszustandes der Feuerlösch-Kreiselpumpe sind zwei Messinstrumente angebracht. Es handelt sich um ein Über- und Unterdruckmesser als Eingangsdruckmesser an der Saugseite der Pumpe und ein Überdruckmesser als Ausgangsdruckmesser am Druckausgang.

 

Beim Saugen aus offenen Gewässern, oder Brunnen zeigt das Messgerät ständig Unterdruck (ganz korrekt gesagt: Negativer Überdruck) an. Der Zeiger bewegt sich also im roten Bereich und gibt so auch an, auf welcher Höhe der Wasserspiegel steht.

 

Eingangsdruckmesser Ausgangsdruckmesser

 

Die Feuerlösch-Kreiselpumpen sind nicht in der Lage das Wasser selbstständig anzusaugen. Aus diesem Grund muss zusätzlich eine Vorrichtung angebracht sein, die den Druck in der Pumpe und der Saugleitung unter den atmosphärischen Luftdruck senkt. Dadurch wird das Wasser durch den Luftdruck, der auf der Wasseroberfläche lastet, in die Pumpe gedrückt, bis es von den Laufrädern erfasst wird und die Wasserförderung einsetzt. Deshalb ist der Begriff "Saugen" eigentlich nicht ganz richtig, denn es wird ja  nur entlüftet und der Druck sinkt dabei nicht unter Null.

 

Jetzt kann die Entlüftungsvorrichtung abgeschaltet werden, was bei modernen Pumpen  vollautomatisch funktioniert, hier aber noch per Hand erledigt werden muss.Die Entlüftungsvorrichtungen sind so konstruiert, dass das Entlüften bei einer Saughöhe von 7,5 m, einer Saugleitungslänge von 10 m und einem Luftdruck von 760 mbar nicht länger als 60 Sekunden dauert.

 

Für den Fall, dass die Entlüftungsvorrichtung ausfällt kann über den Auffüllstutzen am Pumpendeckel Wasser in die Pumpe eingefüllt werden. Wenn die Saugleitung und die komplette Pumpe befüllt ist kann auch so der normale Pumpenbetrieb aufgenommen werden. Zu diesem Zweck befindet sich im Saugkorb ein Rückschlagventil.

Das Gehäuse des Abgas-Gasstrahlers ist mit Kühlrippen versehen und in die Auspuffleitung vom Motor

zum Schalldämpfer eingebaut. Im Inneren des Gehäuses befindet sich eine Klappe (rot), die die Abgase staut. Sie wird über ein Gestänge betätigt und lässt in ihren beiden Endstellungen entweder die Auspuff-

gase durch den Auspuff austreten, oder leitet sie zum Düsenstock des Gasstrahlers.

 

Hier werden die Abgase durch die Treibdüse (blau) in die Fangdüse (grün) gedrückt. Am Ende der Treibdüse entsteht durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit ein Unterdruck, welcher die Luft in der Fangdüse mitreißt. Da die Fangdüse über ein Ventil mit der Pumpe verbunden ist, werden Pumpenraum

und Saugschläuche entlüftet. Dabei drückt der äußere Luftdruck das Wasser nach.

 

Bedienung der Vorbaupumpe

Wasserentnahme aus offenen Gewässern:

  • Schalthebel des Verteilergetriebes auf "Leerlauf" stellen (grüne Kontrollampe auf der Instrumenten- tafel muss aufleuchten).
  • Motorhaube und beide Türen zur besseren Belüftung öffnen, Fahrersitz und Lenkrad abdecken.
  • Saugleitung und Druckschläuche an der Pumpe ankuppeln, dabei alle Druckausgänge öffnen.
  • Niederschraubventile und Entwässerungshahn schließen.
  • Entlüftungsventil (hinter dem Instrumententräger) öffnen.
  • Pumpe bei stehendem Motor einkuppeln und Hebel gegen unbeabsichtigtes Ausrücken sichern.
  • Motor starten.
  • Gasstrahler durch Betätigen des Bedienhebels in Betrieb setzen.
  • Mit Gashebel Drehzahl erhöhen (muss fast bis auf Vollast gesteigert werden, damit der Gasstrahler seine volle Leistung erreicht).
  • Entlüftungsvorgang über Eingangsdruckmesser überwachen.
  • Wenn am Ausgangsdruckmesser Druck angezeigt wird, Niederschraubventile etwas öffnen, dann Entlüftungsventil schließen.
  • Gasstrahler außer Betrieb setzen.
  • Drehzahl vermindern.
  • Niederschraubventil langsam öffnen.
  • Befohlenen Pumpenausgangsdruck einregeln.

 

 

Wasserzuführung vom Hydranten oder von Feuerlöschpumpen:

  • Verteilergetriebe auf "Leerlauf" stellen (grüne Kontrollampe leuchtet auf).
  • Motorhaube und beide Türen zur besseren Belüftung öffnen, Fahrersitz und Lenkrad abdecken.
  • Sammelstück am Saugstutzen ankuppeln.
  • Wasserzuführende Schlauchleitung am Sammelstück ankuppeln.
  • Druckschläuche an der Pumpe ankuppeln, dabei alle Druckausgänge öffnen.
  • Pumpe bei stehendem Motor einkuppeln und Hebel gegen unbeabsichtigtes Ausrücken sichern.
  • Motor starten.
  • Nach erfolgter Wasserzuführung Niederschraubventile öffnen den und befohlenen Ausgangsdruck    einregeln.

 

Es ist verboten den Ausgangsdruck über 12 bar zu steigern. Ist ein höherer Druck erforderlich, dürfen sich grundsätzlich keine Personen vor der Pumpe aufhalten (Schlauchplatzer!). Der Druck am Eingangs- druckmesser soll einen Wert von 1,5 bar nicht unterschreiten.